Ellbogenarthroskopie bei Kindern - sicher und effektiv!

Heute ist die Gelenkspiegelung für viele Menschen ein vertrauter Eingriff. Wer hat keinen Verwandten oder Bekannten, der nicht schon an Knie oder Schulter arthroskopiert wurde? Andere Gelenke, wie zum Beispiel die Hüfte, erschliessen sich auch zunehmend arthroskopischen Techniken. Wo vielerorts noch das Gelenk in einem offenen Eingriff ausgerenkt wird, kann an spezialisierten Zentren ein Hüftdefekt durch drei kleinen Kanäle behoben werden... 

 

Eine besondere Position in der Arthroskopie hat der Ellenbogen. Bis in die 80er galt die Ellenbogenarthroskopie als Ding der Unmöglichkeit. Die innere Anatomie sei zu komplex, das Geflecht an umgebenden Nerven und Gefässen zu dicht. Besonders bei Kindern und Jugendlichen sei auch noch der relativ kleinere Ellenbogen eine sichere Kontraindikation!

 

Obwohl viele dieser Argumente leider auch heute noch oft gehört werden, hat sich die Ellenbogenarthroskopie stetig weiterentwickelt. Heute können deswegen ein Knorpeldefekt, eine Bandinstabilität oder eine Sehnenverletzung minimal invasiv behandelt werden (Videolink) - ohne den Ellenbogen sprichwörtlich zu filetieren. Aber stimmt das auch für Kinder und Jugendliche? Braucht es das überhaupt?

 

In den letzten Jahren ist die Häufigkeit von Ellenbogenverletzungen bei Kinder und Jugendlichen beachtlich angestiegen. In immer jüngeren Jahren sind Kinder immer dichter in organisiertem Sport fest verankert - oft ohne ausreichende Ruhezeiten und Ausgleichssport. In Baseball-begeisterten Ländern wie den USA oder Japan sind damit einhergehend auch schwere Ellenbogenverletzungen und -überlastungsschäden sehr häufig geworden. Stimmt das auch im deutschsprachigen Raum?

 

In einer klinischen Studie in Zusammenarbeit von Experten der Alphaclinic Zürich mit Orthopäden der Division of Sports Medicine am Boston Children's Hospital/Harvard Medical School wurde dies untersucht (Link zur Publikation). 50 Schweizer Kinder und Jugendliche mit einem Durchschnittsalter von 13.6 Jahren wurden über 2 Jahre nach einer Ellenbogenarthroskopie untersucht. Dabei konnten die folgenden Punkte festgehalten werden: 

 

1) Auch in dieser Ski- und Fussball-orientierten Gruppe sind Knorpelschäden die häufigste Ursache für Ellenbogenprobleme! Diese sogenannte Osteochondritis dissecans kann unbehandelt zu erheblichen Schäden im Ellenbogen führen. Die zweithäufigste Ursache waren Unfälle und Bewegungseinschränkungen durch darauffolgende Narbenbildung. 

 

2) 90% aller Patienten berichteten über gute und exzellente Ergebnisse nach ihrer Ellenbogenarthroskopie.

 

3) Die Komplikationsrate in dieser Gruppe war 8%. Alle Komplikationen konnten durch konservative Therapie komplett ausgeheilt werden. Es gab keine Wachstumsstörungen. In einer Studie von 500 Erwachsen war die Komplikationsrate nach Ellenbogenarthroskopie 11%. 

 

Zusammengefasst gibt es auch im deutschsprachigen Raum wichtige Gründe für eine Ellenbogenarthroskopie bei Kindern und Jugendlichen. Korrekt durchfgeführt sind diese Eingriffe genauso effektiv und genauso sicher wie beim Erwachsenen. Diese Behandlungsoption sollte daher bei Ellenbogenproblemen im Wachstumsalter nicht ausser Acht gelassen werden.

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